Diakonische Träger aus Rheinland-Pfalz trafen sich erstmals in der Geschäftsstelle in Mainz

6. November 2013

TeilnehmendeMehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter diakonischer Träger aus ganz Rheinland-Pfalz trafen sich zu ihrer Konferenz am 6. November 2013 erstmals in der vor einem Jahr bezogenen gemeinsamen Geschäftsstelle der Ev. Kirchen und der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Mainz.

 
Die Teilnehmenden nahmen den Bericht der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz entgegen. Der Sprecher der Geschäftsführung, Pfr. Albrecht Bähr, hob dabei die weiter gewachsene Bedeutung der Stimme, die die Diakonie gemeinsam mit den Ev. Kirchen in Rheinland-Pfalz inzwischen in Politik, Öffentlichkeit sowie staatlichen und verbandlichen Institutionen erreicht habe, hervor. 

Bähr sagte, die Diakonie mit ihren ca. 40.000 hauptamtlich Mitarbeitenden und ebenso vielen ehrenamtlich mitwirkenden Frauen und Männern sei eine Größe in Rheinland-Pfalz, die als ein wichtiger Akteur in der sozialpolitischen Landschaft in Rheinland-Pfalz durch ihre Aktivitäten das sozial-protestantische Profil schärfe.
 
Das Miteinander zwischen Ministerien und Diakonie unter der neuen Ministerpräsidentin bezeichnete Bähr als sehr partnerschaftlich und vertrauensvoll, es gäbe jedoch eine Reihe von Herausforderungen und politischen "Baustellen", bei denen über die unterschiedlichen Vorstellungen zur möglichen Lösung die Auseinandersetzung nicht gescheut werden dürfe. Bähr nannte die desolate Finanzlage der meisten Kommunen in Rheinland-Pfalz als gravierendes Problem, das mehr und mehr die gleichwertige Sicherstellung der Daseinsvorsorge im Land gefährde. Die diakonischen Träger, die ebenfalls mit zurückgehenden Mitteln zu kämpfen hätten, gerieten oft an die Grenzen ihrer Ressourcen, um hier einen Ausgleich zu schaffen.
 
Die Geschäftsführung dankte den Verwaltungskräften in der Geschäftsstelle für die unermüdliche Unterstützung sowie den landesweiten und koordinierenden Referentinnen und Referenten für die geleistete hervorragende Arbeit in Rheinland-Pfalz. 
Anhaltenden Applaus erhielt die landesweite Referentin für (teil-)stationäre Altenhilfe und Vorsitzende der PflegeGesellschaft in Rheinland-Pfalz, Frau Solveigh Schneider, für ihren Bericht und vor allem die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit zugunsten der Pflege und ihrer Weiterentwicklung in Rheinland-Pfalz. Frau Schneider geht Anfang des kommenden Jahres in den Ruhestand.
 
Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender der Diakone Hessen - Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e. V. stellte in seinem Impulsreferat zum Thema Inklusion u. a. die folgenden Kernthesen heraus:
 
- "Wenn Gottes Inklusion diakonisches Maß ist, bleibt uns die Sehnsucht nach gleichberechtigter Teilhabe in unserer Gesellschaft wahr und ernst zu nehmen. 

- Die Sehnsucht nach Angenommensein und Zugehörigkeit wahrzunehmen, das ist diakonische Berufung.

- Die Besonderheit der UN-Behindertenrechtskonvention liegt darin, dass die Ansprüche auf Selbstbestimmung, auf Diskriminierungsfreiheit und gleichberechtigte Teilhabe Rechtsverbindlichkeitscharakter haben, daher bedeutet Inklusion das Einklagen von Rechten.

- Stärkere Person-Zentrierung der Hilfen ist der neue Ton in der Behindertenhilfe. Er kann aber nur gelingen, wenn das Gemeinwesen Menschen mit Behinderung einbezieht, eben inkludiert."

 
Die Konferenzteilnehmenden unterstützten die Ausführungen von Dr. Gern durch eigene Anschauungen und bekräftigten die Forderung, dass Inklusion nur dann wirklich umgesetzt werden könne, wenn öffentliche Hand und Gesellschaft bereit seien, die notwendigen materiellen und ideellen Ressourcen bereit zu stellen.
 
Unter der Leitung von Oberkirchenrat Manfred Sutter (Ev. Kirche der Pfalz) diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter der diakonischen Träger die Bedeutung der Trägerkonferenzen für das diakonische Miteinander in Rheinland-Pfalz. Sie seien ein wichtiges Forum für die Informationsvermittlung, den internen Austausch, die politische Willensbildung und auch die persönliche Begegnung. An den jährlichen Zusammenkünften der rechtlich selbstständigen diakonischen Träger und der verfasst-kirchlichen Diakonie wird daher festgehalten.
Die nächste Konferenz wurde von der Gesellschafterversammlung auf den 1. Dezember 2014 vormittags festgelegt.