Treffen Ministerrat mit den evangelischen Kirchen

10. Juni 2014

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Vertrauensvolle Zusammenarbeit wird fortgesetzt

Am 10. Juni 2014 traf sich der Ministerrat unter der Leitung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit den Kirchenleitungen der evangelischen Kirchen, an ihrer Spitze die Kirchenpräsidenten Volker Jung und Christian Schad und Präses Manfred Rekowski. „Diese Gespräche haben eine gute Tradition in Rheinland-Pfalz. Durch den ständigen Dialog auf verschiedenen Ebenen zwischen den Kirchen und der Landesregierung sind immer wieder einvernehmliche

Auch heute haben wir erneut viele Übereinstimmungen bei Themen wie der Armutsbekämpfung, dem Umgang mit dem demografischen Wandel oder der Sicherung von Fachkräften festgestellt. Ich danke den Kirchenleitungen für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir gerne fortsetzen“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Kirchenpräsident Christian Schad (Pfalz) erinnerte an die gemeinsame Verantwortung von Staat und Kirche für die Menschen. „Wir sind zur Kooperation verpflichtet“, sagte Schad im Blick auf die subsidiär wahrgenommenen Aufgaben in Bildung und Erziehung, Gesundheit und Soziales. Zwar könne man Staat und Kirche trennen, nicht aber Glaube und Gesellschaft. „Darum reden wir mit, mischen uns ein, beteiligen wir uns am öffentlichen Meinungsaustausch“, erklärte der Kirchenpräsident.

Themen des Gesprächs waren die Veränderungen der Gesellschaft angesichts der Wirtschaftskrise und die Bewältigung des demografischen Wandels. „Der demografische Wandel erfasst alle Lebensbereiche in jeder Region, Stadt und Gemeinde unseres Landes. Wir sind uns mit den evangelischen Kirchen einig darüber, dass die Gestaltung eine Alltagsaufgabe werden muss. Denn wir verstehen den demografischen Wandel vielmehr als Chance denn als Bedrohung für unsere Gesellschaft. Deshalb sucht die Landesregierung den Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteuren, um gemeinsam die Folgen zu analysieren, laufende Maßnahmen fortzuführen oder bei Bedarf neue Instrumente zu entwickeln. Die Resonanz der ersten Demografiewoche im Herbst 2013 war überwältigend – auch dank starker Partner wie den evangelischen Kirchen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf (Hessen-Nassau) erinnerte daran, dass zu den Herausforderungen der Demografie das Thema Generationengerechtigkeit gehöre. Dazu zähle auch die Absicherung von jetzt berufstätigen Frauen in Niedrig-Lohn-Sektoren, da sie massiv von Altersarmut bedroht seien. „Es darf nicht sein, dass das Leben des Einzelnen in Rheinland-Pfalz nur von den finanziellen Möglichkeiten der Menschen abhängt“, sagte Scherf. Präses Manfred Rekowski wies darauf hin, dass im Blick auf den Anstieg des Bevölkerungsanteils der älteren Menschen, die Attraktivität des Pflegeberufs und die Qualifizierung von Fachkräften noch stärker in den Blick genommen werden müssten. „Der Beruf braucht eine stärkere soziale und gesellschaftliche Anerkennung, die auch durch eine angemessene Finanzierung unterstützt werden muss“, sagte Rekowski.

Gemeinsam betonten Kirchenvertreter und Landesregierung: „Wir freuen uns auf den besonderen Feiertag 2017, wenn aus Anlass des 500. Jahrestags der Reformation der 31. Oktober einmalig als bundesweiter Feiertag stattfindet.“ Mit Worms, Speyer und der Ebernburg befänden sich zentrale Orte der Reformation auf rheinland-pfälzischem Boden.

An dem Gespräch nahm von Seiten der Landesregierung der gesamte Ministerrat teil, von Seiten der Landeskirchen die Präsides und ihre Stellvertreter sowie die Leitenden Juristen. Auf dem Gebiet des Landes Rheinland-Pfalz befinden sich Teile der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Gruppenfoto des Ministerrates mit den Beaufteragten der Evangelischen Kirche; Bild: Sämmer / © Staatskanzlei rlp