Beauftragter der Evangelischen Kirchen in RLP besuchte Mehrgenerationenhaus in Altenkirchen

25. August 2014

Diskussion über Kitas und Flüchtlingsproblematik

Altenkirchen/Kreisgebiet. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Thorsten Wehner besuchte jetzt der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, Dr. Thomas Posern, das Mehrgenerationenhaus „Mittendrin“ in Altenkirchen. Empfangen wurden beide vom Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Altenkirchen, Timo Schneider, und der Koordinatorin der Einrichtung, Silke Irle. Zu den Gästen zählten außerdem Pfarrer Marcus Tesch aus Wissen, Assessor des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen, sowie die Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte „Arche“ in Altenkirchen, Christa Hülpüsch.

Das über Bundes- und Landesmittel sowie mit Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds geförderte Mehrgenerationenhaus verstehe sich als offene Begegnungsstätte für Menschen aller Altersstufen mit dem Ziel, das Miteinander der Generationen zu fördern, so Irle und Schneider bei der Vorstellung der Einrichtung. Hauptklientel sei aber die Generation 50plus. Das vielfältige Bildungs- und Beratungsarbeit reicht von Computer- und Sprachkursen über Musik- und Handarbeitsgruppen bis zur Senioren- und Schuldnerberatung. Aber auch Angebote zum gemeinsamen Kaffeetrinken, Singen und „Klönen“ finden hier ihren Platz. Gerade für Menschen in den verschiedensten sozialen Notlagen wie Arbeitslosigkeit, psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen sei das Mehrgenerationenhaus eine wichtige Anlaufstelle. Zurzeit werde über eine Ausweitung der Öffnungszeiten auch am Wochenende auf ehrenamtlicher Basis nachgedacht, erklärte Schneider.

Eine enge Kooperation bestehe mit dem unmittelbar benachbarten Kinder- und Jugendzentrum. Schwieriger sei dagegen die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kindertagesstätte aufgrund der großen räumlichen Distanz, bedauerte Christa Hülpüsch. Pfarrer Marcus Tesch erkannte einen „Mentalitätswandel“ der Kindertagesstätten seit dem PISA-Schock. Die Aufgabenschwerpunkte hätten sich verlagert von der reinen Betreuung hin zur Bildung. Dabei sei es wichtig, die Kinder gut zu begleiten. „In den ersten zehn Lebensjahren werden die Weichen für die spätere Laufbahn gestellt“, erklärte Christa Hülpüsch.

Die zunehmende Flüchtlingsproblematik stand im Mittelpunkt der weiteren Diskussion. Timo Schneider wies darauf hin, dass der Fachdienst des Diakonischen Werkes Altenkirchen die einzige Einrichtung im Landkreis sei, die Flüchtlinge und Migranten mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus während des laufenden Asylverfahrens begleite und unterstütze. Dabei sei man aufgrund der aktuellen Krisenherde zunehmend mit dem Problem der Kriegstraumatisierten konfrontiert. Wehner unterstrich in diesem Zusammenhang die gute Arbeit der freien Träger und lobte den enormen Einsatz ehrenamtlicher Kräfte. Auf die Kommunen würde hier noch einiges zukommen, befürchtet der SPD-Politiker mit Blick auf die Unterbringungssituation von Flüchtlingen, die „stark verbesserungswürdig“ sei.